Elterliche Entscheidung
     von Marion Lange

    Martha hielt die Zeitschrift etwas schräger, um das aristokratische Mädchengesicht genauer betrachten zu können. 
     SCHEIDUNG? drohte in dicken Lettern die Schlagzeile unter der Caroline so mitleiderregend,  mit niedergeschlagenem Blick und ... ja! man konnte sehen, daß das arme Kind geweint hatte. Die Augen waren ...glasiger! Wenn man sie kannte, dann sah man das! Trotz der Schminke! 
    Marthas Blick glitt zu Philip. Sein Foto war viel kleiner. Ein Paßfoto vermutlich. Was anderes gab es von dem bestimmt nicht. Der war ja nicht wichtig gewesen. Nur eben der Mann von der Prinzessin. Und wer wollte so ein häßliches Narbenede-Gesicht schon in Großformat sehen? Martha hatte nie verstanden, wie so ein hübsches Mädchen sich so einen verhunzten, alten Kerl zum Mann nehmen konnte. "Wußte gleich, daß das nicht gutgeht. Dem stand der Pleboi doch auf die Stirn geschrieben. Richtig fertig ist die Caroline. Guck mal die Ränder unter ihren Augen." 
    Martha schob die Zeitschrift unter Konrads Nase, wodurch diese abrupt den neuesten Vernichtungstechniken für gemeine Nacktschnecken, schematisch dargestellt im Radieschen - Organ der baden-württembergischen Hobbygärtner, entrissen wurde. 
    "Hmm!" kommentierte Konrad desinteressiert. Mit kurzem Blick auf die Illustrierte wollte er seiner Frau Interesse signalisieren. Vielleicht ließe sie ihn dann endlich in Ruhe seinen Vernichtungsfeldzug planen. Doch sein Blick entgleiste und schlidderte auf die kleine Werbeanzeige unten auf der Seite. Brustvergrößerungen bis zu 40 cm stand in der Schwarzweißanzeige. Zwei identische Frauenkörper räkelten sich ihm entgegen. Beide identisch. Und das Fahrgestell war nicht zu verachten. Die unter der vorher stand, hatte Erbsen auf'm Brett und schaute unglücklich. Die über dem nachher strahlte übers ganze Gesicht und reckte zwei begnadete Ballermänner in seine Richtung. "Wie der aussieht, poppt der sich den lieben langen Tag durch die Heisoseiöti. An die Arbeit müßte der mal gestellt werden. So richtig! So, daß er froh wär, abends in die Kiste zu kommen. Ganz flott tät dem das Rumgepoppe vergehen. Glaub's mal!" Martha entriß Konrad die Frau mit Herz wieder, warf einen letzten, bemitleidenden Blick auf den trauerumflorten Blick der Blaublütigen und legte das Blatt auf ihr Nachttischchen neben die Toilettenpapierrolle. "Laß uns mal schlafen!" forderte sie ihren Gemahl auf. Konrad griff zur kleinen Lampe, die in der Mitte ihres Bettes an der Wand angebracht war, nahm die kleine Holzperle am Ende des Schnürchens zwischen Daumen und Zeigefinger und zupfte. Das Schlafgemach versank in tiefschwarze, undurchdringliche Nacht. Nur diverse, nicht identifizierbare Raschelgeräusche unterschiedlicher Materialien sowie das geknechtete Quietschen der Bettfedern dokumentierte Schlaflosigkeit im undurchdringlichen Dunkel. 

    "Hast du dir in letzter Zeit mal unser Fräulein Tochter zur Brust genommen?" Marthas Frage irrte durchs Schwarz. "Wer? Ich?" Konrad haßte dieses Thema. Es führte stets zu endlosen Diskussionen, die in verbiestertem Schweigen endeten, da er, Konrad, Zur-Brust-Nehmen einzig im Bezug auf Bier und im Kreise seiner Arbeitskollegen schätzte, nicht jedoch betreffs seiner Tochter. Außerdem, fand er, war das ein ganz patentes Kind. Die würde ihren Weg schon gehen.  Ganz der Vater halt. 
    "Wer denn sonst? Ist hier vielleicht noch jemand im Raum?" 
    "Weiß nicht, kann ja nichts sehen!" 
    "Wie witzig!" Marthas Stimme war schneidend geworden. "Hast du nun?" 
    "Nein! Hab ich nicht! Und nun komm und laß uns ein bißchen schmusen." Ob der fehlenden Sicht robbte Konrad vorsichtig tastend. Die Besuchsritze war bereits überquert, irgendwo hier mußte sie doch nun langsam liegen. Rauf und runter befingerten seine Hände das Biberbettuch. Keine Martha! Konrad setzte sich auf und befühlte das Relief der Strukturtapete, bis er erneut den kleinen Knubbel in Händen hielt. Er riß einmal kurz - und spürte das kleine Strippchen in Händen. Martha stand neben dem Bett und fingerte, das unförmige Nachthemd bis zum Hals hochgeschoben, an ihrem Rücken rum. 
    "Mach das Licht aus!" 
    "Der Bändel ist abgerissen." Zum Beweis hielt Konrad die abgerissene 
    Verbindung zur Elektrizität in die Höhe. 
    "Dann dreh die Sicherung raus! Ich mach's nicht im Hellen. Das ist mir zu albern." 
    "Was soll daran denn albern sein?" Konrad war bemüht, die Diskussion um Licht oder nicht Licht möglichst lange auszudehnen, um nicht wieder auf das Fräulein Tochter zurückkommen zu müssen. 
    "Mach's halt aus!" befahl Martha. 
    "Wie denn?" 
    "Dreh die Birne raus, wenn du nicht zum Sicherungskasten laufen willst. Und mach mir bitte mal diesen verflixten BH auf. Der Verschluß hat sich verheddert." Martha schlüpfte aus den Nachthemdärmeln, zog die BH-Träger von den Schultern, entließ die schweren Brüste aus den Körbchen, zerrte so lange am unter der Brust befestigten Gummi, bis der sich widersetzende Verschluß in Höhe des Brustbeins lag und öffnete ihn, ehe Konrad bei ihr war. "Ist schon gut! Hab's schon!" winkte sie ab, als ihr Mann gerade die richtige Position eingenommen hatte, um zuzugreifen. 
    "Die zwei laufen ganz schön aus dem Ruder!" Provokativ blickte sie ihren Mann an. 
    Konrad betrachtete die riesigen Brüste, von denen eine ein ganzes Stück dicker war als die andere. Die kleinere war voller und strammer, dafür schielte die Brustwarze nach außen. 
    "Geht aber noch," beruhigte er Martha, "bist ja auch nicht mehr die Jüngste. Und jeder Mensch ist schief gebaut." Die Silikonbrüste aus der Illustrierten schoben sich in seine Marthabetrachtung und blendeten ein vorher auf Marthas Rippenbogen. Ob man so was hier auch wieder hinkriegen  könnte? 
     " Könnt ihr Kerle eigentlich nur an das Eine denken? Ich meine unser Mariechen und diesen verluderten Kerl, den sie immer anschleppt. Letztens spazierte dieser Tunichtgut halbnackt mitten am Tag durch unsere Diele, um sich im Bad eine Wanne vollaufen zu lassen." 
    Martha schlüpfte zurück in die Ärmel des Nachthemds, klappte des Steppbett zurück, öffnete den Schrank und entnahm diesem ein gelbes Badehandtuch. 
    "Halbnackt?" wollte Konrad, immer noch kniend und die Brust seiner Frau fixierend wissen, während Martha das Frotteetuch entfaltete und sorgsam in der Mitte ihres Bettes ausbreitete. 
    "Nur 'ne Unterhose hatte der an. Wobei der Name Unterhose jeder Beschreibung spottet. 'ne Strippe durch den Arsch war das. Und vorne 'ne Freimarke. Ich wüßte nicht, wie man so ein Teil anständig auf der Wäscheleine festklammern sollte. So ohne Beinchen. ... Geh mal auf deine Seite!" sie schob Konrad mit der flachen Hand nach hinten, strich noch einmal glättend über die gelbe Auflage, plazierte sorgsam ihr Hinterteil darauf und spreizte die Beine. Mit leichter Aufrichtung des Oberkörpers kontrollierte sie, ob der Bereich um den Schritt herum auch wirklich mittig im Gelb lag. Tat er! Beruhigt glitt ihr Oberkörper wieder zurück. 
    "Und dann?" 
    "Wie? Und dann? "Tach" hat er gesagt und verschwand wieder in Mariechens Zimmer." 
    "Und warum soll ich mir Mariechen dann zur Brust nehmen? Wir haben doch damals beschlossen, daß es besser ist, die beiden schlafen hier unter unserem Dach im warmen Bett, anstatt sich auf irgendeiner Parkbank einen Hausflurkatarrh zu holen." Konrad setzte sich rittlings auf Marthas Bär und griff mit beiden Händen nach ihren Brüsten, die ihn - durch ihr Gewicht rechts und links seitlich vom Brustkasten abgerutscht und halbwegs in den Achselhöhlen liegend - an verunfallte Windbeutel erinnerten. 
    "Mach ihn erst mal hart. So geht er ja nicht rein." forderte Martha im Ton einer Krankenschwester und schob die Gattenhände in Richtung des behandlungsbedürftigen Fleisches. Gehorsam umfaßte Konrad seinen Penis und zog in gleichmäßigem Rhythmus die Vorhaut über die Eichel und wieder zurück. Obwohl sanft, erfaßte die Bewegung auch Marthas Gewebe. Vor und zurück rollte die Speckfalte auf ihrem Bauch und vor und zurück wabbelten die Riesenbrüste - und mit ihnen die Brustwarzen, die, je nachdem in welche Richtung Konrads Hand rubbelte, mal in Marthas Achselhöhlenbehaarung, mal auf Konrads Kniescheiben schielten. 
    "Als er verschwunden war, habe ich begonnen, den Flurspiegel zu wischen," setzte Martha ihre Erzählung fort. "Und weißt du, was dieser Tunichtgut zu Mariechen sagte ...?" Martha machte eine bedeutungsschwangere Pause, um die Spannung zu erhöhen. 
    "Was .......... denn ........?" hakte Konrad, bereits etwas schweratmig nach. .....daß sie beim Blasen absolute Spitze sei!" 
    Konrads Glied zuckte heftig nach oben. 
    "Hat er ..... wirklich ..... Blasen ..... gesagt? 
    Martha peilte über die Speckrolle auf ihrem Bauch Konrads Eichel an, die stramm glänzend und mit prallem Kragen im harten, weißen Leselicht stand. 
    "Das reicht!" befand sie, griff die Latte und versenkte sie mit geübter Hand irgendwo im wolligen Bermudadreieck. 
    "Ja! Blasen!" bestätigte Martha. "Und da habe ich mir gedacht, wenn er sie schon soweit hat, daß sie ihm einen bläst, dann ist es mit dem Poppen auch nicht mehr weit hin. Und deshalb mußt du sie dir mal zur Brust nehmen. Du weißt doch, wie schnell sich so ein Mädchen den Ruf ruiniert, wenn sie an den Falschen gerät." 
    Konrad beschleunigte seine Bewegungen, faßte Marthas Brüste, quetschte sie gegeneinander, ergriff eine Brustwarze mit den Schneidezähnen und glitt hart mit der Zunge über die aufgerichtete Spitze. "Mir kommt's!" log Martha und stöhnte einmal abrupt auf. "Mir auch gleich!" warnte Konrad vor. Auf ihr Stichwort hin packte Martha die Klorolle, riß, beinahe gehetzt, sechs oder sieben Blatt gleichzeitig ab, zerknüllte diese zu einer Kugel, entzog durch plötzliche Rückwärtsbewegung des Beckens der Latte die Reibungsgrundlage und preßte blitzschnell die Papierkugel auf die entblößte Schwanzspitze. 
    " Jetzt!" bestätigte Konrad und gab, kontrollierend, ob er sich zumindest über Gelb befand, sich drei kleinen, lustvollen Zuckungen hin. "Sie könnte ja auch mal an einen Perversen geraten," befürchtete Martha, während sie die Ausscheidungen der Lust im Papier verhaftete. 
    "Da gibt's die widerlichsten Sachen, hab' ich gehört. Angeblich zwingen manche Männer die Frauen dazu, den Pimmel in ihren Mund zu nehmen." Martha schüttelte sich vor Ekel, zupfte, nachdem Konrad fertig war, die Papierfalten ein wenig auseinander um zu schauen, wieviel rausgekommen war, knüllte alles erneut zusammen und stopfte es im Papierkorb unter dem Nachttischchen in die leere Bindenpackung. 
    "Und jetzt kommt's!" 
    "Nein, ist schon vorbei," stöhnte Konrad. 
    "Quatsch! Ich mein' doch die Perversen. Weißt du, was die angeblich dann machen?" Martha legte erneut eine Pause ein. Und auch Konrad, nun wissend, daß er nicht gemeint war, schüttelte nur schweigend den Kopf. "Abspritzen!" Martha schlug ihm das Wort beinahe um die Ohren. "Im Mund! Kannst du dir das vorstellen? Das müssen doch Perverse und Nutten sein. Kotzen würd' ich, wenn mir einer seinen Schwanz in den Hals halten wollte. Oder draufbeißen! Der würd' was erleben." Martha zog sich die Decke über den Körper. "Was genau ist eigentlich blasen, Konrad?" 
    "Weiß ich auch nicht so genau." Konrad griff noch einmal zum Radieschen. "Vermutlich 'ne harmlose Rumspielerei." Er vertiefte sich wieder in seinen Artikel, blickte jedoch kurz noch einmal versonnen auf. "Beneidenswert", seufzte er. 
    "Was ist beneidenswert, mein Schatz?" 
    "Ach nichts! Nur das Mangoldbeet hier." 
    Martha überlegte einen Augenblick. "Vielleicht hast du recht und wir sollten gar nichts sagen. Nachher stoßen wir sie nur mit der Nase drauf.......... Und solange sie noch kein Toilettenpapier am Bett haben, kann da ja noch nichts laufen. Oder?" 
    "Seh ich auch so," log Konrad. Schade, daß ich keine zwanzig mehr bin, dachte er und drehte die Glühlampe los, um endlich nichts mehr sehen zu müssen. 
    "Morgen werde ich das mit den Bierfallen mal ausprobieren. Haben wir noch Bier?" 
    "Nur Alt," schränkte Martha ein. 
    "Macht nichts. Paßt ja zu mir," resümierte Konrad, "und schlaf gut!" 
    "Ja! Du auch! War schön eben mit dir." 
    "Ja, schön."