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Tip
des Monats Februar 1998
Margaret Forster
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Ende
des Jahres 1997 ist endlich wieder ein Buch meiner Lieblingsautorin Margaret
Forster aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt worden und im Arche-Verlag
erschienen. Margaret, 1938 in Carlisle, einer englischen Kleinstadt geboren,
begann nach dem Tod ihrer Mutter für diese Familienautobiographie
zu recherchieren, denn viele ihrer Fragen hatte ihre Mutter ihr nicht beantwortet.
„Ich kann meine Vergangenheit nicht verstehen, wenn ich nicht die Vergangenheit
meiner Großmutter, meiner Mutter und die der Frauen ihrer Generation
verstehen kann, die der einfachen Frauen aus der Unterschicht, von
denen ich abstamme.“
Margarets Großmutter war eine Frau, die beschlossen hatte, keine Vergangenheit zu haben oder sie zumindest erst mit ihrem 23. Lebensjahr beginnen zu lassen. Diese heiratet im Jahre 1899 im Alter von 29 Jahren, nach 2 Jahren des Werbens, einen Metzger und erlebt zusammen mit ihm die 16 glücklichsten Jahre ihres Lebens. Was verheimlicht sie jedoch? Welche Ängste und Qualen aus ihren ersten 23 Lebensjahren sind es, die sie versucht hat zu begraben und die sie nun wieder zu belasten scheinen, als ihr Mann tot ist? Margaret zeichnet ein sehr lebhaftes, deutliches Bild der drei Frauengenerationen, beginnend im Jahr 1869: das ihrer Großmutter, ihrer Mutter und Tanten und ihr eigenes. Wie sehr bestimmten die gesellschaftlichen und moralischen Maßstäbe der jeweiligen Zeit das Denken und Handeln von Frauen. Was mußten sie leisten? Was durften sie sich leisten? Wie frei oder gefangen waren sie in ihrer Rolle? Wie und wodurch konnte sich das Leben von Frauen im Laufe der Zeit ändern? Lassen Sie sich mitreißen von der Authentizität der Geschichten und Gefühle, von Margarets wunderbarem, einfühlsamen Erzählstil, der einen von der ersten Zeile an fesselt, von ihrer Gabe, den Leser so in das Geschehen hineinzuziehen, daß er nicht mehr nur Beobachter bleibt, sondern zum Mitfühlenden wird. Wer schon andere Werke von Margaret Forster kennt, wird nach der Lektüre der „Familiengeheimnisse“ verstehen, woher sie ihre Vorliebe für ihre Romanthemen und -protagonisten hat: immer wieder ist es die Familie, sind es Generationskonflikte und vor allem die Frauen, die im Mittelpunkt ihres Interesses stehen und immer versteht sie es, den Leser/die Leserin betroffen zu machen, um sich in einer der Personen oder in deren Geschichte wiederzufinden, denn es ist immer auch ein Teil ihrer eigenen Geschichte. Wer Margaret Forster, die Meisterin der psychologischen Dialoge, bis jetzt noch nicht kennt, ist hoffentlich gründlich neugierig geworden auf diese große englische, noch lebende Schriftstellerin. „Familiengeheimnisse“ ist ein Buch zum Verschlingen, leicht und mit Spannung und Genuß zu lesen - auch für Männer! Ronsdorfer
Bücherstube, Staasstraße 11 , 42369 Wuppertal
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