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Tip des Monats Juli 1999

Iselin Herman 
"Liebe Delphine ... Lieber Jean Luc..."
(Deutsche Verlagsanstalt)
Preis & Buchdaten

rezensiert
von

Susanna
Erb
gebundenes Buch
 
 
 
 


Die knapp 40jährige Dänin Iselin Hermann, eigentlich mit Haut und Haar dem Theater verschrieben, hat mit "Liebe Delphine... Lieber Jean Luc..." ihren ersten Roman vorgelegt. 
Um es gleich vorne weg zu sagen: bei diesem handelt es sich unmißverständlich um eine erotische Lektüre,  die durch die Behutsamkeit, Intelligenz und Schönheit ihrer Worte besticht. 

Es geht um den Briefwechsel zwischen einer jungen Frau und einem Maler, die sich erst im Laufe der Korrespondenz kennen und lieben lernen. Sie hat Kontakt zu ihm aufgenommen, um ihm für ein Bild zu danken, das ihr in einer Ausstellung begegnete. 
Bereits die allerersten Briefworte Delphines wirken wie ein Sog auf den Leser, reizen die Neugier auf die Entfaltung des Unbekannten, provozieren sowohl die Lust an der metapherreichen Sprache als auch den Blick in ein intimes Terrain. 

An Jean Luc Foreur, 

- irgendwo unter der Haut, wo das Fleisch flüssig zu werden beginnt, sehe ich das Bild Sans Titre, 2,22 x 2, wie es in der Galerie Y in Paris hängt. 
Oder vielleicht so: die Farben, die Verschiebungen, die Verläufe sind in meinen Körper übergegangen. 
Obwohl ich das Bild nicht besitze, gehört es mir.

Danke
Delphine Hav

Federleicht, hauchzart und bestechend  phantasievoll sind Jean Lucs Antworten und sie wecken mehr und mehr Delphines Sehnsüchte. 
In ihren Briefen erkunden und entdecken sie einander auf scheinbar spielerische Weise und erregen Gefühle der Verzauberung füreinander. 
Am Ende ist es Delphine, die das Geheimnis, das Jean Luc umgibt, lüften möchte, die sich die Verwirklichung der gemeinsam entworfenen Träume zutraut.

Freuen Sie sich auf dieses Abenteuer !