rezensiert
von
Christian
Oelemann

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Für
Leser mit stark ausgeprägtem Schamgefühl ist das nichts, ich sage es lieber
gleich vorweg.
In dem wunderbar komischen Roman "Klerikale Irrtümer" werden einige Tabus
gebrochen. Sein Verfasser ist Alan Isler, Engländer und Wahlamerikaner,
preisgekrönt vor allem im Ausland. So komisch, so intelligent, so erotisch
waren indes seine früheren Bücher nicht.
Der Protagonist heißt Edmund Music. Von Geburt aus Jude wird er, knapp
dem Holocaust entkommen, katholischer Priester und Rektor eines kirchlichen
Forschungsinstituts. Dort führt er fünfzig Jahre lang ein "skeptisches
Gelehrtenleben". Witzig und mit literarischen Referenzen gespickt, entwickelt
sich eine offensichtlich ebenso verschlungene wie hintergründige Handlung.
Besonders leidenschaftlich forscht Music im Schoß seiner haushälterin
Maude Moriarty, Verfasserin hochgelobter Übersetzungen aus dem Lateinischen.
Aber nicht nur Musis`s sexuelle Ausschweifungen verärgern die Kirche.
Für solche Fälle gibt es immerhin schwarze Kassen. Schlimmer ist sein
Fehlverhalten in Zusammenhang mit einem äußerst wertvollen Buch, eine
"süddeutsche Haggada" aus der Hebraica-Sammlung der Bibliothek. Kein Zufall,
dass man ihm seit einiger Zeit nach dem Leben trachtet.
Nicht
nur wegen des Füllhorns an geistreichen Einfällen sondern auch wegen der
sprachlichen Finesse, die nicht nur Isler sondern auch Stefanie Schaffer
de Vries geschuldet ist, eine wunderbare Übersetzerin!, liebe ich "Klerikale
Irrtümer" und empfehle es Ihnen von Herzen.
Ronsdorfer
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