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Tip des Monats September 2002

Irina Korschunow
Das Luftkind

Hoffmann und Campe
Preis & Buchdaten

rezensiert
von

Susanna
Erb
 
 
gebundenes Buch
 
 
 
 


Nun können sich alle Irina Korschunow-Freunde freuen: Sie hat ein neues Buch auf den Markt gebracht. Eins, das man, hat man es erst mal begonnen, nicht mehr so leicht weglegen kann. Es ist spannend wie alle ihre bisher erschienenen Bücher, denn sie hat ein einzigartiges Talent, menschliche Schicksale in Augenschein zu nehmen, Menschen so zu beschreiben, wie sie nun mal sind - eingebunden in ihre jeweilige Geschichte, in die Zeit, in die politischen und gesellschaftlichen Umstände und von alledem geprägt; Menschen, die ihre Grenzen nicht überspringen können und solche, die den Mut haben, sich aufzulehnen, die ihren Weg gehen trotz aller Hindernisse und Schwierigkeiten.
In diesem Buch spielt die Begegnung zweier Menschen eine entscheidende Rolle, eine Begegnung, die kein Zufall ist, eine lebensgefährliche und zugleich lebensrettende Begegnung.
Die Gutstochter Freda von Rützow ist gerde erst 17, als sie 1923 "in den Roggen gerät", als sie schwanger wird. Sie darf ihr Kind nicht behalten und doch lebt sie fortan mit ihrem Kind, einem imaginären Kind, einem Luftkind, das erst 18 Jahre später, als sie dem 20jährigen Harro Hochberg begegnet, verblassen wird.
Ihre Geschichten bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu, ohne daß der Eine von der Existenz des Anderen weiß.
Dann mischen sich ihre Geschichten, ihre Schicksale, ihr Leid in einer Zeit, in der beide nur eines wollen, eines hoffen, für eins leben: Die Rettung.
Die gebürtige Ostdeutsche Irina Korschunow ist eine Meisterin im Portraitieren menschlicher Seelenlandschaften. Jeder, der sich darauf einlassen möchte, wird sich weder des Mitfühlens noch der eigenen Stellungnahme entziehen können.
Danke, Irina Korschunow, für dieses hervorragende, wesentliche Werk, das die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und die mit ihm verhafteten Menschen neu ins Bewußtsein rückt!

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