rezensiert
von
Susanna
Erb

|
Nun
können sich alle Irina Korschunow-Freunde freuen: Sie hat ein neues
Buch auf den Markt gebracht. Eins, das man, hat man es erst mal begonnen,
nicht mehr so leicht weglegen kann. Es ist spannend wie alle ihre bisher
erschienenen Bücher, denn sie hat ein einzigartiges Talent, menschliche
Schicksale in Augenschein zu nehmen, Menschen so zu beschreiben, wie sie
nun mal sind - eingebunden in ihre jeweilige Geschichte, in die Zeit,
in die politischen und gesellschaftlichen Umstände und von alledem
geprägt; Menschen, die ihre Grenzen nicht überspringen können
und solche, die den Mut haben, sich aufzulehnen, die ihren Weg gehen trotz
aller Hindernisse und Schwierigkeiten.
In diesem Buch spielt die Begegnung zweier Menschen eine entscheidende
Rolle, eine Begegnung, die kein Zufall ist, eine lebensgefährliche
und zugleich lebensrettende Begegnung.
Die Gutstochter Freda von Rützow ist gerde erst 17, als sie 1923
"in den Roggen gerät", als sie schwanger wird. Sie darf
ihr Kind nicht behalten und doch lebt sie fortan mit ihrem Kind, einem
imaginären Kind, einem Luftkind, das erst 18 Jahre später, als
sie dem 20jährigen Harro Hochberg begegnet, verblassen wird.
Ihre Geschichten bewegen sich unaufhaltsam aufeinander zu, ohne daß
der Eine von der Existenz des Anderen weiß.
Dann mischen sich ihre Geschichten, ihre Schicksale, ihr Leid in einer
Zeit, in der beide nur eines wollen, eines hoffen, für eins leben:
Die Rettung.
Die gebürtige Ostdeutsche Irina Korschunow ist eine Meisterin im
Portraitieren menschlicher Seelenlandschaften. Jeder, der sich darauf
einlassen möchte, wird sich weder des Mitfühlens noch der eigenen
Stellungnahme entziehen können.
Danke, Irina Korschunow, für dieses hervorragende, wesentliche Werk,
das die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts und die mit ihm verhafteten
Menschen neu ins Bewußtsein rückt!
Ronsdorfer
Bücherstube, Staasstraße 11 , 42369 Wuppertal
Telefon : 0202 / 246 16
03
Fax : 0202 / 246 16 04
|