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Tip
des Monats Februar 2003
Martin
Mosebach |
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Die
meisten von Ihnen werden den Namen Martin Mosebach nicht kennen - mir ging
es bis vor kurzer Zeit ebenso, d.h., ich kannte, Buchhändler, der ich
bin, zwar den Namen, hatte aber nie etwas von ihm gelesen. Das ist jetzt
zum Glück anders geworden, denn dtv hat eine Taschenbuchausgabe seines
Romans Das Bett" herausgebracht, die mich schon wegen des Covers
begeisterte. Lese ich also mal diesen Mosebach, der im abgelaufenen Jahr
sogar den Kleist-Preis bekam, und den mir ein Freund meiner Frau ohnehin
schon lange anempfahl.
Das Bett. Ein Roman, wie ich
selten einen genossen habe. Ehrlich! Wer dieses Buch meiner Meinung nach
nicht lesen sollte: Worum geht es also im Bett"? Etwa um Sex? Jawohl, das auch. Aber es befindet sich nicht eine Stelle" in diesem köstlichen Roman, die den Kardinal Ratzinger ins Schwitzen bringen würde. Stephan Korn kehrt bei Kriegsende
nach Frankfurt am Main zurück, findet eine fremde, schrecklich veränderte
Welt vor. Wie ein Oblomow flüchtet er sich in das Bett seiner ehemaligen
Kinderfrau Agnes, wo er sich kindlichen Regressionen hingibt. Nach wie
vor schlägt die Amme den deutsch-jüdischen Fabrikantensohn in
den Bann ihrer magischen Kräfte. Aber auch zwiespältige Gefühle
stellen sich ein. Auf seine Umgebung wirkt Stephan betörend
und Agnes ist nicht die einzige Frau, die sein Leben entscheidend beeinflußt.
Da ist zum Beispiel noch Florence, die aus falschen Indizien die richtigen
Schlüsse zu ziehen pflegt, und die schöne, wilde Baltin Aimée,
mit der Stephan eine heftige Affäre eingeht. Nur das kleine Engagement,
andere wirklich zu lieben, schafft er nicht. Mattigkeit umgibt ihn. Freuen Sie sich auf ein langes
und berauschendes Lesefest dank Martin Mosebach!
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