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Tip des Monats März 2003

Fred Vargas
Fliehe weit und schnell

Aufbau-Verlag
Preis & Buchdaten

rezensiert
von

Michael
Gebauer
 
 
gebundenes Buch
 
 
 
 


Fred Vargas (der Name lässt zunächst auf einen Mann schließen) ist eine der ganz großen französischen Kriminalautorinnen und in ihrem Land ein Star. Die Säulen ihres Ruhms sind ein wunderbarer Ideereichtum und überragende schriftstellerische Qualität. Das Resultat drückt sich aus in glaubwürdigen Charakteren, überzeugenden Dialogen und einer Handlung, die Vargas sei Dank, immer wieder Haken schlägt.

Nun zum Inhalt: Joss Le Guern, ehemaliger Seemann, steht an einem Wendepunkt in seinem Leben. Seit dem Tag, da er sich gegen den Reeder auflehnte, der durch seine Skrupellosigkeit den Tod von Le Guerns Kameraden zu verantworten hat, weist jede andere Schifffahrtslinie seine Einstellung ab.
Um sich eine materielle Basis zu schaffen, beginnt er in seinem Pariser Viertel den Beruf eines Ausrufers auszuüben. Gegen einen kleinen Obulus verliest er die Neuigkeiten, die man sonst unter dem Stichwort Kleinanzeigen aufgeben oder suchen würde: Katze entlaufen, Fahrrad zu verkaufen, etc. In diese Kette von Verlautbarungen, welche die alltäglichen Belange seines Wohnviertels dokumentieren, mischen sich Einsprengsel, die sich gleichermaßen unheilvoll wie auch zunächst unverständlich gewanden. Lediglich Decambrais, der Inhaber einer kleinen Pension und Le Guerns Verbündeter und Wirt in spe registriert diese Merkwürdigkeiten und gerät auf eine geradezu abenteuerliche Fährte, die schon bald das Blut des Lesers gefrieren lässt, zumal in der Stadt nun auch rätselhafte Zeichen in Form einer Vier an Haustüren auftauchen und die Bevölkerung unaufhaltsam in helle Panik gerät.

Mit "Fliehe weit und schnell" hat Fred Vargas einen superspannenden Krimi geschrieben, koloriert mit einer Palette von merk-würdigen Romanfiguren und ausgesprochen überraschenden Einfällen. So wünsche ich mir ein Buch! Auch ihre übrigen Kriminalromane kann ich bestens empfehlen.
Viel Spaß beim Lesen.



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