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Tip
des Monats Februar 2004
Martin Suter |
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Machen wir uns nichts vor: die verhängnisvollsten Fehler begehen wir aus Leidenschaft, und die gefährlichste Leidenschaft ist und bleibt die Liebe. In Martin Suters neuem Roman macht der Gelegenheitskellner David Kern, 23, diese ernüchternde Erfahrung durch Marie Berger, Literaturstudentin und bildschön. Als sie das „Esquina“ erstmalig betritt, schenkt sie ihm zwar kaum Beachtung, flirtet ausgerechnet mit dem eloquenten Ralph, Anführer der Clique, zu der David so gern gehören würde, statt nur die Getränke zu servieren und die Aschenbecher zu leeren, aber sie beherrscht von Stund an Davids Denken und Fühlen. So viel hat er allerdings mitbekommen: Marie interessiert sich für Bücher. Da hat er doch was ... Tage zuvor hatte er bei seinem Lieblingströdler einen alten Nachttisch mit Marmorplatte erstanden und in der klemmenden Schublade ein Manuskript gefunden, eine Liebesgeschichte aus den 50er Jahren. Nichts besonderes, aber immerhin ein fertiges und gewiss unveröffentlichtes Romanskript. Mit der kleinen Lüge, er selbst habe es geschrieben, buhlt er um Maries Aufmerksamkeit und gewinnt sie. Was er allerdings niemals für möglich gehalten hätte: Marie, die Beziehung zu einem angesehenen Literaturverlag hat, reicht das Skript ohne sein Wissen zur Prüfung ein – mit Erfolg. Aus dem Gelegenheitskellner wird binnen kurzer Zeit der Jungstar der Literaturszene und aus einer kleinen Lüge eine immer größere. Der Leser erfährt nebenbei eine Menge Wissenswertes über den Alltag eines Schriftstellers, angefangen von Vertragsverhandlungen bis hin zu den unvermeidlichen Lesungen, die David Kern geben muss, fehlt ihm auch jegliches Vortragstalent. Dass Martin Suter ein vorzüglicher Erzähler ist, wissen wir schon lange. „Small World“ war bereits an dieser Stelle Tip des Monats. Auch in „Die dunkle Seite des Mondes“ ist es die Liebe, die einen gestandenen Wirtschaftsanwalt en passant ins Verderben treibt, und im Krimi „Ein perfekter Freund“ geht es um weit mehr als einen Lebensmittelskandal, nämlich um Amors tödlichen Pfeil . In „Lila, Lila“ hat Suter sich selbst übertroffen. Eine dergestalt spannende Liebesgeschichte las ich lange nicht.Ronsdorfer Bücherstube, Staasstraße 11 , 42369 Wuppertal Telefon : 0202 / 246 16 03 Fax : 0202 / 246 16 04 |