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Tip
des Monats August 2010
Claudia Piñeiro |
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Was für eine Entdeckung, diese Claudia Pineiro! Eine hochkarätige Schriftstellerin aus Argentinien, die es faustdick hinter den Ohren hat! Ich bin vom schriftstellerischen Können dieser Frau so hingerissen, dass ich hintereinander weg alles von ihr las, was auf dem deutschen Markt zu haben ist. „ Die Donnerstagswitwen“ stellt gewiss Pineiros bösestes, makaberstes Buch dar; „Elena weiß Bescheid“ und „Ganz die Deine“ möchte ich aber an dieser Stelle wenigstens erwähnen, denn auch diese beiden Titel bieten allerhöchstes Lesevergnügen, sind besser als fast alles, was an lateinamerikanischer Literatur in Deutschland greifbar ist! Aber wenn Sie nur Zeit oder Lust auf ein Pineiro-Buch haben sollten, dann lesen Sie bitte „Die Donnerstagswitwen!“ Wunderbar! Der Roman lässt den Leser mal laut auflachen, um ihm andermal die Kehle zuzuschnüren. Altos de la Cascade, 50 Km vor Buenos Aires, ist eine Welt für sich. Eine Welt der oberen Mittelschlicht, der selbsternannten Elite. Eingezäunt, mit Golfplatz und Tennisanlage versehen, leben hier Menschen, die es sich leisten können (oder aber, wie sich herausstellen wird, einmal leisten konnten). Unter der schönen Oberfläche des vermeintlich erfolgreichen Lebens – denn wer hier wohnt, muss es geschafft haben! - schwelen jedoch Konflikte, die auch vor den Siedlungszäunen nicht halt machen: Untreue, Alkoholsucht und Ehezwist. Aber das Leben ist nicht losgelöst von der übrigen Welt zu meistern! Nachdem die Wirtschaftskrise mit aller Wucht auch in Altos de la Cascade zuschlägt, gehen drei Familienväter einen eigenwilligen Weg, um ihren Lieben den hohen Lebensstandard zu sichern... "Donnerstagswitwen" erinnern mich ein wenig an die komischeren der Romane von Jose Saramago, der, wie ich las, ebenfalls von Frau Pineiro sehr angetan war. Wir haben es bei „Die Donnerstagswitwen“ mit dem Porträt einer Gemeinschaft zu tun, die über ihre Verhältnisse lebt und tödliche Geheimnisse zu verbergen hat. Das Szenario könnte ebenso gut in Deutschland oder auf Mallorca spielen wie in Argentinien, denn die Menschen dort schlagen sich mit den gleichen Problemen herum wie wir – das war für mich eine Überraschung! Der bereits mehrfach preisgekrönte Roman ist in vierzehn Sprachen übersetzt worden und wurde 2009 von Marcelo Piñeyro fürs Kino verfilmt. Viel Lesevergnügen!
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